Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 01.02.2019

"Mit Freude, ja Lust am Projekt Caritas mitgearbeitet"

Norbert Kresta in Herrieden verabschiedet, Michael Deffner eingeführt

Stabwechsel bei der Caritas-Kreisstelle Herrieden und der Katholischen/Evangelischen Sozialstation Bechofen: Norbert Kresta (65) ist heute nach 40-jähriger Tätigkeit bei der Caritas und dabei fast 36 Jahren als Leiter der Kreisstelle und Geschäftsführer der Sozialstation verabschiedet worden. Gleichzeitig haben der Eichstätter Caritasdirektor Alfred Frank und der Vorsitzende der Sozialstation, Pfarrer Peter Hauf, Krestas Nachfolger Michael Deffner (43) in die beiden Ämter eingeführt. Deffner war vorher stellvertretender Kreisstellenleiter. Rund 90 Mitarbeitende und Partner der Caritas sowie Gäste aus Kirche, Kranken- und Diakonievereinen sowie Politik nahmen an einem Gottesdienst in der Herriedener Frauenkirche und einem Festakt im Pfarrheim teil. Caritasdirektor Frank dankte Kresta dafür, dass er „stets mit Freude, ja Lust am Projekt Caritas mitgearbeitet“ hat.

Vielfältige Engagements

Der Caritasdirektor erwähnte in seinem Grußwort die vielfältigen Stationen und Engagements Krestas für ein Leben im Sinne der Caritas. Er erinnerte daran, dass dieser als Diplom-Theologe zunächst Priester werden wollte. Nach dem Studium war es aber sein „Traum, im sozialen Bereich zu arbeiten“. So war Kresta zunächst von 1979 bis 1980 beim Jugendsozialwerk München unter dem "Dach" des Deutschen Caritasverbandes als Betreuer für jugendliche Spätaussiedler und anschließend rund drei Jahre bei der Caritas-Kreisstelle Ingolstadt für erwachsene Spätaussiedler tätig. Am 1. September 1983 wurde er Leiter der neu gegründeten Caritas-Kreisstelle Herrieden und Geschäftsführer der Katholisch/Evangelischen Sozialstation Bechhofen. „Die Herrieder Stelle bot mir reichlich die Möglichkeit, in einem wunderbaren Team kreativ und kollegial zu arbeiten. Darum bin ich so lange geblieben“ erklärte Kresta selbst und ergänzte: „Sehr spannend fand ich es, auf der Basis der christlichen Botschaft und der katholischen Soziallehre tätig zu sein. Wichtig war mir auch stets, immer irgendwie den christlichen Charakter der Dienstangebots sichtbar zu machen.“

An der Kreisstelle war Kresta zufolge die Gründungs- und Aufbauphase sehr wichtig. „Es galt, im sehr ländlich geprägten Bereich gemäß den Ansprüchen der Bevölkerung ein Dienstangebot aufzubauen.“ Bedeutende Entwicklungen waren für den scheidenden Kreisstellenleiter der professionelle Einstieg 1994 in den heutigen Schwerpunktbereich Rechtliche Betreuung, der Ausbau der Beratungs- und Vermittlungsdienste Kuren und Freizeiten und der Aufbau der Flüchtlingsarbeit seit 1986. Hier wurden neben der Einzelberatung immer wieder kreative Angebote gemacht: So hat die Kreisstelle in Zusammenarbeit mit geflüchteten Menschen mehrere Publikationen herausgegeben. Auch Musikgruppen wurden immer wieder auf die Beine gestellt. Eine solche Gruppe junger geflüchteter Menschen spielte für Kresta beim Festakt ein Lied „ Miteinander“ und schenkte ihm eine Torte mit der Aufschrift dieses Wortes.  

Bezüglich der Arbeit der Sozialstation würdigte Frank vor allem den Einsatz Krestas, mit der Sozialstation auch „Brücke zur Seelsorge sein sowie für Schwerkranke und Sterbende seelsorgerliche Kontakte vermitteln“ zu wollen. Dies geschah unter anderem durch die Gründung der "Ökumenischen Gebetsgemeinschaft: Im Tod ist Leben". Der Vorsitzende der Sozialstation, Pfarrer Hauf, stellte in seinem Grußwort in diesem Zusammenhang vor allem das von Kresta initierte Freitagsgebet für Trauernde heraus. Der frühere Vorsitzende dieser Station Prof. Dr. Alfred Seiferlein hob vor allem Krestas Einsatz dafür hervor, „dass diese Sozialstation von Anfang an einen ökumenischen Geist gelebt hat“. Stadtrat Wolfang Strauß brachte seine Wertschätzung für den Pflegedienst in Bechhofen mit dem Hinweis zum Ausdruck, „dass es im Stadtrat noch nie eine Diskussion über den Zuschuss für die Sozialstation gegeben hat“. Strauß dankte Kresta auch für sein Engagement für Kultur und Geschichte in Herrieden. Der stellvertretende Ansbacher Landrat Stefan Horndasch betonte vor allem die Bedeutung des Aufbaus ehrenamtlichen Engagements seitens der Kreisstelle sowie der Sozialstation für den großen Flächenlandkreis und lobte das Engagement Krestas sowie aller Caritas-Mitarbeitenden hierfür. Hans-Dieter Lechner dankte im Namen aller 18 Krankenpflege- und Diakonievereine Kresta für die Zusammenarbeit.

Nachfolger Mut gemacht

Kresta selbst dankte beim Festakt „für die vielen guten Worte“ und auch dafür, dass er seine Arbeit bei der Caritas so lange tun konnte: „Es gibt wenige Arbeitsfelder, in denen man so lernen kann, auf wie viele Arten Menschen leben.“ Sein Nachfolger Michael Deffner machte auf Herausforderungen wie den Mitarbeitermangel aufmerksam, die bewältigt werden müssten, „um das Schiff aufrecht auf dem Wasser zu halten“, meinte aber auch zuversichtlich: „In Herrieden haben wir dafür eine gute Basis“. Caritas-Präses Domkapitular Franz Mattes machte Deffner und seinen Mitarbeitenden im Gottesdienst mit Verweis auf das biblische Gleichnis vom Senfkorn Mut: Der Sämann habe es ausgesät, aber dann sei es von selbst zum Baum geworden. So wie der Sämann für das Senfkorn sollten sich auch Caritas-Mitarbeitende immer wieder für hilfebedürftige Menschen einsetzen, aber sie dürften auch auf die Hilfe Gottes vertrauen. „Wir müssen uns da in nichts hineinverbeißen“, so der Caritas-Präses.

 

 


Norbert Kresta (Vierter von links) wurde verabschiedet und Michael Deffner (Dritter von rechts) als Kreisstellenleiter in Herrieden und Geschäftsführer der ökumenischen Sozialstation Bechhofen eingeführt. Mit ihnen feierten unter anderem Caritas-Präses Domkapitular Franz Mattes, der Vorsitzende der Sozialstation, Pfarrer Peter Hauf, die Ehefrauen Roswitha Kresta und Sabine Deffner sowie Caritasdirektor Alfred Frank. Foto: Caritas/Esser

 

 

INFORMATIONEN ÜBER DIE EINRICHTUNGEN

Die Caritas-Kreisstelle Herrieden gibt es seit 1983. Sie ist heute eine von sieben Caritas-Kreisstellen im Bistum Eichstätt. Dienste der Stelle in Herrieden sind derzeit die Allgemeine Sozialberatung, Flüchtlings- und Integrationsberatung, rechtliche Betreuungen, Kurberatung, eine Kleiderecke für sozial bedürftige Menschen und Caritas-Freizeiten. In letzterem Bereich bietet sie mit Angeboten für Kinder, Familien, Alleinerziehenden, „Großeltern und Enkel“ sowie Senioren das breiteste Spektrum von allen Kreisstellen in der Diözese Eichstätt. Bei der Caritas-Kreisstelle sind im Moment insgesamt zehn Personen in Beratung und Verwaltung in Voll- sowie Teilzeit beschäftigt. Mehr Informationen über die soziale Beratungseinrichtung gibt es unter www.caritas-kreisstelle-herrieden.de

Die K atholische/Evangelische Sozialstation Bechhofen mit Sitz in Herrieden wurde im Jahr 1981 von Josef Hollacher gegründet. Sie ist heute eine von 16 rechtlich selbstständigen, aber vom Diözesan-Caritasverband beratenen Sozialstationen im Bistum Eichstätt. Sie bietet Körperpflege und medizinische Pflege, aber auch hauswirtschaftliche Versorgung und Pflegeberatung sowie einen Begegnungs- und Badetag an. Die Sozialstation wird von 18 Krankenpflege- sowie Diakonievereinen unterstützt. Derzeit sind insgesamt 45 Mitarbeitende in Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung in Voll- sowie Teilzeit für die Sozialstation tätig. Weitere Informationen über diesen ökumenischen ambulanten Pflegedienst finden sich unter www.sozialstation-bechhofen.de

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