Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 04.09.2018

"Bauaufsicht" der Bewohner sorgt für Zuversicht

In Kürze erster Spatenstich für Umbau des Caritas-Seniorenheimes Eichstätt

Nach langer Vorplanung ist es so weit: Für den umfassenden Umbau des Caritas-Seniorenheimes St. Elisabeth in Eichstätt findet am Mittwoch, 12. September der erste Spatenstich statt. Die bisherigen Abrissarbeiten sind Einrichtungsleiter Benedikt Sedlmeier zufolge im Großen und Ganzen reibungslos verlaufen. „Unsere Mitarbeitenden und ich beobachten immer wieder, dass viele der Bewohnerinnen und Bewohner bei offenem Vorhang sitzen und interessiert den Arbeiten zuschauen. Bei so viel Bauaufsicht muss der Neubau doch gelingen“, meint Sedlmeier zuversichtlich, der trotz der Mehrbelastung durch das Bauprojekt seinen Humor nicht verloren hat.

Lerneffekte aus Bauphase für Alltag

Natürlich, so der Einrichtungsleiter, seien die Veränderungen nicht spurlos an den alten und pflegebedürftigen Menschen vorübergegangen: vor allem nicht, dass mit Beginn der Abrissarbeiten der große Speisesaal für die Bauphase wegfiel und dafür in verschiedenen Räumen im Pflegeheimgebäude gegessen wurde. „Wir besprachen mit unseren Bewohnern die neuen Räumlichkeiten, die derzeit an anderen Orten der Einrichtung verteilt sind. Das bedurfte schon sehr viel Einfühlungsvermögen und Begleitung, die unsere Mitarbeitenden in Küche, Hauswirtschaft, Betreuung und Pflege für die Betroffenen aufbrachten.“ Doch die zwischenzeitlichen Änderungen hätten auch positive Begleiterscheinungen gehabt, „indem es in unseren nun neuen Tischgemeinschaften in kleineren Gruppen jetzt noch etwas familiärer zugeht“, informiert Benedikt Sedlmeier und hofft, „dass wir daraus alle zusammen nach Ende der Bauzeit ein paar Lerneffekte mitnehmen“.

Über die grundlegenden Neubauten ist mehrfach informiert worden: An die Stelle des bisherigen Pfortenbaus kommt ein Ersatzneubau für „Wohnen mit Service“ mit zwölf Einheiten mit einer Größe zwischen 45 und 60 Quadratmetern und einer Begegnungsstätte. Diese Begegnungsstätte dient den Mietern der Wohnanlage und den Bewohnern des Seniorenheimes als Treffpunkt, ist aber auch offen für örtliche Gruppen und Vereine. Die konkrete Nutzung der Begegnungsstätte muss noch entwickelt werden. Geplant ist der Einsatz eines Sozialraummanagers, der einzelne Angebote ausgestalten soll. Die künftigen Mieter  können Dienste der Caritas wie Essen auf Rädern und Reinigungs-, Wäsche- und Hausmeisterservice in Anspruch nehmen. In einem weiteren Neubau zwischen dem Haus für Wohnen mit Service und dem Pflegeheim wird ein Gebäude für Verwaltung, Küche und Speisesaal errichtet. Parallel dazu wird sich vom „Ankommplatz“ an der Ecke  Herbergshöhe/Gundekarstraße barrierefrei eine großzügige Wandelhalle über den Garten bis zur Kapelle des Pflegeheims erstrecken. Der Umbau läuft unter der Regie des Münchner Archtektenbüros Neumann & Heinsdorff, das im Jahr 2015 einen Architektenwettbewerb des Diözesan-Caritasverband Eichstätt gewonnen hatte.

Vielfältiger Therapie- und Sinnesgarten

Zudem wird der Gartenhof grundlegend erneuert. Deren Gestaltung obliegt den Eichstätter Landschaftsarchitekten Hackl Hofmann. Diese haben nun neue ausführliche Informationen über den geplanten Therapie- und Sinnesgarten mitgeteilt, der auch und vor allem dem Wohl von demenzkranken Menschen dienen soll: Danach wird der Gartenhof von einem barrierefreien umlaufenden Wegesystem bestimmt, das eine einfache Orientierung bietet. Über Terrassenzugänge kann der Garten ausgekundschaftet werden: Seniorenfreundliche Sitzgelegenheiten schaffen Aufenthaltsorte inmitten von bunten Staudenbeeten und erfrischendem Wasserspiel des Bestandsbrunnens. Offene Rasenflächen, auf denen teilweise heimische Apfelbäume stehen, bilden eine grüne Mitte und bieten Platz für zwei große Zelte und einen Grillpavillon, um das jährliche Sommerfest gebührend feiern zu können. „Außergewöhnliche und exklusive Stauden sowie Kräuter gruppieren sich in einem großzügig angelegten Hochbeet und bereichern nicht nur mit verschiedensten Farben und Formen den Gartenhof das ganze Jahr. So laden auch Schokoladenblumen, Spezi-Pflanzen und Federgras zum aktiven Schmecken, Hören, Tasten und Riechen ein und fordern Bewohner und Besucher auf, das Hochbeet mit allen Sinnesorganen zu erleben“, kündigen die Landschaftsarchitekten an.

Das gesamte Bauprojekt wird dem Caritasverband zufolge rund elf Millionen Euro kosten. Der Verband übernimmt nach eigenen Angaben den Großteil davon selbst und hofft noch auf Zuschussgeber, bei denen Anträge gestellt sind. „Wir rechnen weiterhin damit, dass die Neubauten bis Anfang oder Mitte 2020 fertiggestellt sein werden“, teilt die für die Caritas-Altenhilfe im Bistum Eichstätt verantwortliche Abteilungsleiterin, Hedwig Kenkel, mit.  An der Anzahl der Pflegeplätze in dem Eichstätter Seniorenheim ändert sich durch den Umbau nichts: „Wir werden weiterhin 73 Einzel- und vier Doppelzimmer anbieten“, so Einrichtungsleiter Benedikt Sedlmeier.

Vor knapp drei Jahren erläuterte Thomas Neumann, Gewinner des Architektenwettbewerbes für Neubauten auf dem Gelände des Caritas-Seniorenheimes St. Elisabeth Eichstätt, unter anderen der damaligen ehrenamtlichen Mitarbeiterin in der Einrichtung Schwester Antonina Firsching sein Modell. Mit dem Spatenstich erfolgt nun der nächste wesentliche Schritt, damit es in die Realität umgesetzt wird. Foto: Caritas/Esser

 

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