Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 18.07.2018

70 Jahre unbürokratische und schnelle Hilfe

Ökumenische Bahnhofmission Ingolstadt feiert am 25. Juli am Bahnsteig 1

Ihr 70-jähriges Jubiläum feiert die Bahnhofsmission Ingolstadt am Mittwoch, 25. Juli. Dazu lädt die von der Caritas und Diakonie gemeinsam getragene Einrichtung alle Interessierten zu einem kleinen Festakt am Bahnsteig 1 ein. Dieser beginnt um 10.00 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Anschließend wird die Ausstellung „Begegnungen auf der Wanderbank“ eröffnet, die dann zwei Tage lang vor Ort von 9.00 bis 17.00 Uhr besucht werden kann. Am Donnerstag, 26. Juli veranstalten – ebenfalls am Gleis 1 – zweimal um 16.00 und 17.00 Uhr Ehrenamtliche der Bahnhofsmission eine Lesung „Geschichten von der 'Wanderbank der bayerischen Bahnhofsmissionen“. Zudem findet um 16.30 Uhr eine Gastlesung „Migrantinnen lesen Geschichten aus der Schreibwerkstatt Ingolstadt“ statt.

Beginn war im Oktober 1948

Startschuss für die Arbeit der Ingolstädter Bahnhofsmission war der 1. Oktober 1948. Seinerzeit stellten Mitarbeitende der Caritas gegenüber der Kirche St. Anton eine Baracke auf. In zwei Schlafsälen, einer Küche und einem Büro fanden bereits im ersten Jahr 10.000 Flüchtlinge und Heimkehrer einen Ort, wo sie essen und schlafen konnten. Rund 82.000 Menschen half die Ingolstädter Bahnhofsmission nach eigenen Angaben dann bis 1957. Im Oktober jenes Jahres wurde die Baracke abgebaut, und im selben Jahr zog man in einen Raum des neu gebauten Hauptbahnhofes in Ingolstadt ein.

Seit dem Jahr 1960 befindet sich die Einrichtung in ökumenischer Trägerschaft von Caritas und Diakonie. Im Laufe der Jahrzehnte veränderte sich die Arbeit der Bahnhofsmission. In Zeiten der wirtschaftlichen Stagnation, vor allem Anfang der 70er Jahre, suchten viele wohnungslose Menschen und Personen, die in Ingolstadt Arbeit finden wollten, die Bahnhofsmission auf. Ab Mitte der 80er fanden immer mehr Spätaussiedler oder Ausreißer aus sogenannten „Drückerkolonnen“ bei ihr Rat und Hilfe.

Breites Spektrum an Unterstützung

Heutzutage ist die Einrichtung vor allem Anlaufstelle für Reisende, die unterwegs in Schwierigkeiten geraten sind. Zudem helfen die derzeit 17 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Menschen an den Bahnsteigen, wenn sie dort Unterstützung brauchen. Doch die Bahnhofsmission suchen auch viele Hilfesuchende auf, die sich grundsätzlich in schwierigen Lebenslagen befinden: Das Spektrum reicht von wohnungslosen Menschen über Personen mit finanziellen sowie psychischen Problemen oder Abhängigkeitserkrankungen bis hin zu Flüchtlingen und anderen zugewanderten Menschen. Mehrere fühlen sich auch vereinsamt. Für sie haben die Mitarbeitenden ein offenes Ohr, versorgen die Betroffenen bei Bedarf mit Verpflegung und Notkleidung und vermitteln viele an soziale Fachdienste weiter. „Wir verstehen uns als Kirche und Sozialstation am Bahnhof, die unbürokratisch und schnell Hilfe ermöglicht“, erklärt die hauptamtliche Mitarbeiterin Heike Bergmann.

Im vergangenen Jahr leistete die Einrichtung ihrem Jahresbericht 2017 zufolge für über 5.300 Menschen gut 9.600 Hilfen. Davon waren mit über 750 Personen fast 15 Prozent Kinder und Jugendliche. Etwa ein Viertel aller Klienten hatte einen Migrationshintergrund.

 

Bereits vor vier Jahren haben Menschen in verschiedensten Lebenslagen die „Wanderbank“ bei der Bahnhofsmission als Begegnungsstätte erlebt. Heute steht ein nachgebautes Dauerexponat vor dem Fenster der Einrichtung. Durch eine Ausstellung rückt die Bank jetzt nochmals in den Blickpunkt.  Foto: Caritas/Esser

 

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