Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 28.03.2018

Beistand bei Vereinsamung und sozialer Not

Von Caritas und Diakonie getragene Bahnhofsmission leistet 2017 gut 9.600 Hilfen

Über 5.300 Menschen hat die Ingolstädter Bahnhofsmission im vergangenen Jahr geholfen, dabei wurden gut 9.600 Hilfen geleistet. Nach dem Jahresbericht 2017 dieser ökumenischen Einrichtung – die gemeinsam von der Caritas-Kreisstelle und dem Diakonischen Werk Ingolstadt getragen wird – waren mit über 750 Personen fast 15 Prozent Kinder und Jugendliche. Etwa ein Viertel aller Klienten hatte einen Migrationshintergrund .

Im Vordergrund standen Hilfen im Reiseverkehr. Die Ehrenamtlichen der Bahnhofsmission begleiteten auch Menschen zum Bus oder Taxi, die blind oder gehbehindert sind. „Stark ansteigend sind Gespräche mit den Klienten sowie Auskünfte zum Zurechtfinden in Ingolstadt. Das persönliche Gespräch, in dem sich jemand Zeit nimmt, ist für viele dieser Menschen sehr wichtig. Oft haben sie niemanden, mit dem sie reden können und der ihnen zuhört“, erklärt Bernhard Gruber, zuständiger Vertreter der Caritas-Kreisstelle Ingolstadt. „Auch wohnungslose Menschen suchen die Bahnhofsmission auf oder solche, die verzweifelt auf Wohnungssuche sind. Die derzeitige schwierige Wohnungssituation in Ingolstadt bildet sich somit auch hier ab“, so Gruber. Ebenso gehörten Personen mit finanziellen Schwierigkeiten oder mit Abhängigkeitserkrankungen laut dem Jahresbericht zu den hilfesuchenden Personen.

Mehr Menschen als im Jahr zuvor hätten den Aufenthalt im Büro der Bahnhofsmission wahrgenommen. „Nicht selten erleben Klienten dort endlich wieder, dass sich jemand um sie kümmert und sie ernst nimmt. Vereinsamung spielt hierbei eine große Rolle, weil niemand mehr da ist, der sich Zeit nimmt. Darin spiegelt sich auch die hohe Zahl von Haushalten mit Alleinstehenden wider“, heißt es im Bericht.   Manchmal sei der Fernseher oder ein Haustier für diese Menschen der einzige Begleiter. „Dann kann der Kontakt zu Nachbarschaftshilfen und Pfarreien vermittelt werden. Wenn finanzielle Notlagen vorhanden sind, braucht es aber Fachberatungsstellen“, stellt der Caritasverantwortliche klar. Dieser freut sich, dass „die Stadt Ingolstadt mit einem freiwilligen Zuschuss die Einstellung einer weiteren Leitungskraft ermöglicht hat und damit nun 13 Stunden pro Woche für die umfangreichen Leitungsaufgaben zur Verfügung stehen“. Zudem habe die Bahnhofsmission im vergangenen Jahr zwei weitere Ehrenamtliche hinzugewonnen. Insgesamt sind dem Jahresbericht zufolge nun 15 Ehrenamtliche bei der Bahnhofsmission tätig, davon drei Männer. Weitere freiwillige Mitarbeitende werden gesucht.

Die Bahnhofsmission ist von Montag bis Freitag täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr besetzt, Kontakt: Bahnhofsmission Ingolstadt, Am Bahnsteig 1, Bahnhofstraße 8, 85051 Ingolstadt. Telefon: 0841/72340. E-Mail: bahnhofsmission@caritas-ingolstadt.de ,   www.bahnhofsmission-ingolstadt.de . Ansprechpartnerinnen sind die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen Heike Bergmann und Bianca Stieglmeier .

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