Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 06.10.2017

Neue Caritas-Tagespflege St. Pius eingeweiht

Sozialstation schließt mit Angebot Versorgungslücke im Norden Ingolstadts

Eine neue Senioren-Tagespflege wird die Caritas-Sozialstation Ingolstadt am kommenden Dienstag in der Richard-Strauss Straße 1a neben dem Caritas-Seniorenheim St. Pius eröffnen. Heute ist das Gebäude der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Im Rahmen eines Festaktes mit über 70 Gästen aus den Bereichen Caritas, Kirche, Politik und Pflegeversicherung segneten dieses zudem Caritasdirektor Franz Mattes und Piuspfarrer Martin Geistbeck. Der Ingolstädter Architekt Herbert Meidinger übergab symbolisch den Schlüssel an den 1. Vorsitzenden der Sozialstation, Konrad Ettl, sowie Geschäftsführer Josef Dürr.

Architekt Herbert Meidinger übergab den Verantwortlichen der Caritas-Sozialstation Josef Dürr und Konrad Ettl (von links) symbolisch einen Schlüssel für die neue Tagespflege. Fotos: Caritas/Esser

Ettl sagte in seiner Ansprache, es habe bereits bei der Eröffnung der ersten Tagespflege der Sozialstation in Ringsee im Südteil der Stadt vor genau zehn Jahren die Überlegung gegeben, eine zweite solche Einrichtung zu errichten. Schon damals sei das Ziel gewesen, „Tagespflege für Senioren dezentral anzubieten, um die Anfahrtswege für unsere Gäste möglichst kurz zu halten“. Diesem Ziel sei man nun einen großen Schritt näher gekommen: „Pflegebedürftige Personen aus dem nördlichen Stadtbereich müssen nicht mehr nach Ringsee gebracht werden, um betreut zu werden.“ Die Grundaufgabe der Tagespflege sei freilich hier wie dort dieselbe: „Durch die Betreuung sollen vor allem pflegende Angehörige entlastet werden, aber auch einer sozialen Isolation der Pflegebedürftigen durch vielfältige Aktivitäten entgegengewirkt werden.“

Zusammenarbeit mit Seniorenheim anvisiert

Das neue Projekt bietet nach den Worten Ettls zudem die Chance, „stationäre und teilstationäre Pflege besser miteinander zu verzahnen. Mit diesem Haus an diesem Platz wollen wir zusammen mit dem Seniorenheim St. Pius neue Wege der Zusammenarbeit erkunden“, kündigte Ettl an. Angedacht seien zum Beispiel Feste und andere Veranstaltungen im Garten von St. Pius, an denen alte und pflegebedürftige Menschen aus beiden Einrichtungen teilnehmen, oder auch gemeinsame Gottesdienste, kündigten die Verantwortlichen an. Nach Mitteilung von Geschäftsführer Dürr startet die Tagespflege mit rund fünf Besuchern zur Eingewöhnung, „und dann sollen nach und nach weitere hinzukommen“. Vorerst stehen laut Dürr 14 Plätze zur Verfügung, die eventuell später noch erhöht werden könnten.

Die Einrichtung bietet im Erdgeschoss einen großen Essens- und Betreuungsraum, im ersten Stock drei Ruheräume und im zweiten eine Wohnung, „die entweder an Pflegepersonal oder sonst auch auf dem freien Markt vermietet werden kann“, informierte Dürr. Damit stehe „die Hardware“, so der Geschäftsführer. Jetzt komme es auf die „Software“ an, indem in der neuen Tagespflege pflegebedürftige Menschen Abwechslung, Zuwendung und Liebe erfahren sollen. Hierfür wünschte er Tagespflegeleiterin Klaudia Kaszas und ihrem neunköpfigen Team mit Pflege- und Betreuungskräften, hauswirtschaftlichen Mitarbeitenden sowie Fahrern viel Glück und Erfolg. Ettl wünschte ihnen, dass es ihnen gelingt, „den Menschen, die sich dieser Einrichtung anvertrauen, eine Wohlfühlatmosphäre zu bieten“. Nach Angaben des Vorsitzenden betrugen die Bau- und Einrichtungskosten knapp 1,4 Millionen Euro. Er dankte insbesondere der Deutschen Fernsehlotterie für einen Zuschuss von 300.000 Euro und der Stadt Ingolstadt für eine Unterstützung von fast 258.000. Ferner hätten die Georg-Johannes-Hipp-Stiftung, Förder- und Krankenpflegevereine, der Caritasverband Eichstätt und der Audi-Unterstützungsfonds – dieser durch einen neuen Audi A3 – das neue Projekt gefördert.

Der Ingolstädter Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel erklärte, er freue sich, dass es nun auch „im dicht besiedelten Gebiet des Ingolstädter Nordens“, eine Tagespflege gibt. Eine solche Einrichtung bezeichnete Lösel als „unverzichtbares Element für unsere Stadtgesellschaft“. Der Oberbürgermeister verwies auf Projekte der Stadt, um dem Pflegekräftemangel zu begegnen: auch, indem Flüchtlinge zu Pflegehelfern ausgebildet werden. Der Ingolstädter AOK- Direktor Ulrich Resch hob die Bedeutung ehrenamtlicher Unterstützung, insbesondere der Krankenpflegevereine, für eine gute Pflege hervor. Die neue Tagespflege bezeichnete er als „absolut sinnstiftend“. Caritasdirektor Franz Mattes wünschte den Mitarbeitenden in der neuen Tagespflege, „den anderen zum Segen und Heil zu werden“ und damit „das Gesetz Christi zu erfüllen“. Wie Lösel und Resch sprach auch der Caritasdirektor sich für eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte aus. Doch entscheidend sei, dass diese ihren Dienst zu einer Herzensangelegenheit machen. Das Motto der gerade abgeschlossenen Caritas-Sammlung „Wählt Menschlichkeit“ zeige die Richtung an.

 

Caritasdirektor Franz Mattes (Mitte) segnete im Beisein von Piuspfarrer Martin Geistbeck (rechts) und Diakon Udo Jung die Räumlichkeiten, hier einen Ruheraum.

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