Caritasverband Hamburg e.V., 29.06.2016

Hamburger Bündnis für eine neue soziale Wohnungspolitik gegründet

Senat soll Wohnungsnot ernsthaft bekämpfen

Caritas Hamburg, Diakonie Hamburg, Mieter helfen Mietern und STATTBAU HAMBURG haben sich zu einem "Hamburger Bündnis für eine neue soziale Wohnungspolitik“ zusammengeschlossen.
Wohnungsnot in Hamburg hat viele Gesichter: Rollstuhlfahrer, die keine barrierefreie Wohnung finden, Familien, die auf 40 Quadratmetern leben müssen. Von Gewalt betroffene Frauen, Menschen die aus Therapieeinrichtungen kommen oder aus der Haft entlassen werden und keine Wohnung finden. Und natürlich all die, die bereits – zum Teil seit Jahren – in einer Obdachlosenunterkunft oder gar auf der Straße leben müssen.

Gabi Brasch, Vorstand im Diakonischen Werk Hamburg : "Die Zahl der anerkannten, aber unversorgt bleibenden Wohnungsnotfälle liegt aktuell bei mehr als 14.000 Haushalten in Hamburg. Die Wohnungspolitik des Senats hat diese Not in den letzten Jahren noch nicht einmal gelindert, im Gegenteil: Die Zahlen sind deutlich gestiegen. Um endlich Bewegung in das Thema Wohnungsnot zu bringen, haben wir uns zum `Hamburger Bündnis für eine neue soziale Wohnungspolitik´ zusammengeschlossen. Hamburg muss andere Prioritäten setzen, Hamburg braucht sofort und an erster Stelle einen neuen Ansatz für eine soziale Wohnungspolitik.“

Dr. Tobias Behrens, Geschäftsführer STATTBAU HAMBURG: „Weder die jüngst als wohnungspolitischer Erfolg gefeierte Neuauflage des „Bündnis für Wohnen“ noch das `Gesamtkonzept zur besseren Versorgung von vordringlich Wohnungssuchenden´ lässt wirklichen Willen des Senats erkennen, die Wohnungsnot entschieden zu bekämpfen. Was wir wollen und brauchen – und das ist keineswegs unrealistisch – ist sowohl die Halbierung der Zahl der unversorgten anerkannt vordringlich Wohnungssuchenden wie auch die Halbierung der Zahl der wohnungslosen Menschen in Hamburg. Und zwar beides innerhalb von fünf Jahren.

Karin Aßmus, Mieter helfen Mietern: „Die Aufhebung der vier Hamburger Freistellungsgebiete ist ein ganz wichtiger Schritt. Das würde den Senat keinen Cent kosten und sofort wirken. Jährlich könnten so im Rahmen der normalen Fluktuation rund 600 Wohnungen zusätzlich an vordringlich Wohnungssuchende vermietet werden und zwar in Mümmelmannsberg, Neuallermöhe-West, Steilshoop und Wilhelmsburg."

Michael Edele, stellvertretender Direktor Caritasverband für Hamburg : „Der Senat muss die SAGA GWG konsequent für eine echte soziale Wohnungspolitik nutzen: Frei werdende Wohnungen müssen vorrangig an Haushalte vermietet werden, die auf dem Markt keine Chance haben. Mindestens jede zweite Neuvermietung, das sind rund 4.500 jährlich, muss an vordringlich Wohnungssuchende gehen, davon 2.000 an wohnungslose Haushalte. Und falls das wegen der Rechtsform als Aktiengesellschaft nicht geht, muss der Senat die SAGA GWG anders, zum Beispiel als Stiftung oder Genossenschaft, organisieren.“

Weitere Infos zu diesen Themen: